Finnische Autorin Minna Canth kam, sah und trat in Aktion

In ihrer vielgestaltigen, folgenreichen Karriere setzte sich Minna Canth stets für Frauenrechte und soziale Anliegen ein, weshalb sich ihr Vermächtnis auch weiterbesteht und jährlich an ihrem Geburtstag, dem 19. März, der Minna-Canth-Tag gefeiert wird.

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Minna Canth (1844-97) gilt allgemein als Finnlands erste bedeutende Schriftstellerin. Sie wurde unter dem Namen Ulrika Wilhelmina Johnsson in Tampere geboren. Ihr vielseitiges Oeuvre umfasst Kurzgeschichten, Novellen, Theaterstücke und Journalismus. Sie schrieb hauptsächlich auf Finnisch, aber auch auf Schwedisch. Sie engagierte sich für Frauenrechte und Feminismus und schloss soziale Themen in ihr Schreiben und ihre Diskurse ein.

Sie und ihr Ehemann Johann Ferdinand Canth (1836-79) lebten in Jyväskylä und hatten sieben Kinder. Nach seinem Tod wurde sie Geschäftsfrau und übernahm in Kuopio eine Tuchhandlung. Dies machte sie finanziell unabhängig, und sie konnte damit einerseits ihre Familie ernähren und andererseits in literarischen und sozial aktiven Kreisen tätig sein. Ihr Haus wurde zu einem Treffpunkt für Intellektuelle und Künstler.

In einer kürzlich erschienenen Kolumne auf der Webseite der finnischen Rundfunkanstalt YLE bezeichnete Autorin Johanna Holmström Canth als „einen Menschen, der dazu beigetragen hat, die Fundamente für die finnische Kultur zu legen“. Holmström lässt sich von Canths Kampf für Frauenrechte leiten, denn ihr zufolge ist der Kampf trotz der Fortschritte noch längst nicht abgeschlossen:

„Jede Generation muss ihren eigenen Kampf führen, um die Gleichstellung voranzutreiben, und genau an diesem Punkt sind wir gerade angelangt. Wir vergessen oft, dass unsere hart erkämpften Siege im Handumdrehen wieder zunichte gemacht werden können, wenn wir uns zurücklehnen und uns sagen: „Alles ist bereits gelöst!“

Vom ThisisFINLAND-Mitarbeiterstab (einschließlich der Übersetzer), März 2017, aktualisiert März 2018

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