Wenn dein Kunde Cristiano Ronaldo ist, einer der weltbesten Fußballer, gibt es keinen Spielraum für Fehler. Doch der finnische Koch und Gastronom Arto Rastas lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Er hat bereits für Königshäuser, Präsidenten und andere hochrangige Persönlichkeiten gekocht, und Druck bringt ihn selten aus der Fassung.
Seit Jahrzehnten verfeinert er sein Handwerk, seit er mit 14 Jahren als Aushilfe an einer Raststätte in der nordfinnischen Stadt Rovaniemi, direkt am Polarkreis, angefangen hat. Damals bereitete er eher Sandwich-Beläge als Haute Cuisine zu.
In Nordfinnland kochte Rastas zum ersten Mal für Ronaldo und seine Familie. Die Vorgabe war klar: viel Gemüse und Obst, dazu Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte – gesunde, unkomplizierte Gerichte aus reinen Zutaten. Verzichtet man auf Butter und Sahne, wird das Können eines Kochs erst richtig auf die Probe gestellt.
„Keine Milchprodukte. Kein Zucker“, sagt Rastas.
Der urlaubende Star und seine Familie waren beeindruckt. Tatsächlich waren sie von seiner Kochkunst so angetan, dass Ronaldo Rastas nach Saudi-Arabien einlud, um dort als sein Privatkoch zu arbeiten.
„Ich schätze, die Chemie hat einfach gestimmt.“
Mehr als ein Jahr nach dieser ersten Einladung sieht Rastas’ Leben ganz anders aus.
Von Lappland in die Hauptstadt

Rastas kocht am liebsten mit rein finnischen Zutaten. Sein Sashimi aus Weißfisch wird durch Wurzelgemüse und Fischrogen ergänzt.
In Finnland ist der 46-jährige Rastas ein etablierter Name. Seine Karriere umfasst Fernsehen, Restaurants, einen Michelin-Stern und große Gastronomieprojekte.
Doch alles begann in den 1990er Jahren in der Küche jener Raststätte in Rovaniemi. Von dort aus ging er auf die Kochschule und zog in den Süden Finnlands nach Helsinki.
„Ich kam mit einem Rucksack und jeder Menge Tatendrang an“, sagt er.
In der Hauptstadt arbeitete er, wo immer er konnte – von der legendären Finlandia-Halle, einem Wahrzeichen Helsinkis, über Golfclub-Restaurants und kleine Küchen bis hin zu größeren Häusern wie den Hotels Palace und Marski.
Ein entscheidender Moment kam im Restaurant George unter der Leitung von Küchenchef Markus Aremo. „Dort haben wir einen Michelin-Stern erhalten“, sagt Rastas. „Damals hatte ich das Gefühl, alles erreicht zu haben.“
Bald darauf zog Rastas nach Lempäälä, einer Kleinstadt in der Nähe von Tampere im südlichen Zentralfinnland. Doch der Aufschwung hielt an. 2005 gewann er die Weltmeisterschaft für junge Köche.
„Das gab mir Selbstvertrauen und Bekanntheit.“
2007 eröffnete er sein erstes Restaurant, Hella ja Huone, in Tampere. Seitdem hat sich sein Portfolio erweitert und umfasst nun den Veranstaltungsort Periscope in Tampere sowie Restaurants wie Penélope, Bardot, Bistro Gina und Brasserie Lionne in Helsinki.
Rastas ist heute einer der erfolgreichsten Gastronomen Finnlands. Er gibt zu, dass ihn ein starker Erfolgsdrang antreibt.
Gleichzeitig kehrte er in den Norden zurück. Im nordfinnischen Skigebiet Levi begann er als Privatkoch in Luxusvillen zu arbeiten. Später gründete er das Helsinki Culinary Institute, das professionelle Ausbildungen für Köche anbietet.
Ein klarer, nordischer Geschmack

Arto Rastas stammt aus Rovaniemi im Norden Finnlands, direkt am Polarkreis.
Lassen Sie uns einen Gang zurückschalten. Es ist schwer, mit Rastas’ Tempo mitzuhalten.
Als wir seine Küche besuchen, bereitet Rastas eine Vorspeise zu: Sashimi vom Weißfisch. Er schneidet den frischen See-Fisch in Scheiben, flambiert die Oberfläche leicht und richtet das Gericht mit saisonalem Gemüse an. Er fügt Fischrogen hinzu, gefolgt von einer Sauce aus weißen Johannisbeeren und deren Blättern. Zum Schluss streut Rastas Dill auf den Teller.
Das Ergebnis ist elegant und unverkennbar nordisch.
„Das ist so gut geworden, dass ich es vielleicht auf die Speisekarte setzen muss“, sagt er mit einem Lächeln.
Die finnische Küche ist für Rastas zu einer persönlichen Mission geworden. Seiner Ansicht nach gehört sie zu den besten der Welt – und da die nordische Küche weltweit an Aufmerksamkeit gewinnt, stimmen ihm immer mehr Menschen zu.
In den letzten Jahren hat er auch darüber nachgedacht, wie finnisches Essen weiter verbreitet werden könnte.
Wie definiert er es?
„Pur.“
Einfach, fokussiert und optisch unverwechselbar. Er sieht ungenutztes Potenzial in Waldaromen wie Fichtenspitzen und Wacholder – Zutaten, die viel breiter eingesetzt werden könnten.
Finnisches Gemüse, Beeren und Pilze, fügt er hinzu, schmecken anders als anderswo. Der Grund dafür liegt in der kurzen Vegetationsperiode des Landes. „Sie ist kurz, aber intensiv.“
Diese Intensität konzentriert den Geschmack.
„Gib einem Amerikaner finnische Frühkartoffeln, und er wird sich vielleicht fragen, was er bisher verpasst hat.“
Kochen in Riad

Arto Rastas betreibt mehrere Restaurants in Finnland.
Was ist mit Ronaldos Einladung in den Nahen Osten?
„Es war eine einmalige Gelegenheit“, sagt Rastas.
Er nahm ohne zu zögern an. Letztes Jahr reisten er und sein Team von North Pole Catering – das er gemeinsam mit Teemu Korkalainen gegründet hatte – für einwöchige Aufenthalte nach Saudi-Arabien und verbrachten dort etwa sechs Monate im Jahr.
Heute arbeiten Rastas und sein Team bei Bedarf weiterhin mit Ronaldo zusammen, wenn auch nicht mehr wöchentlich.
In Riad sind die Bedingungen außergewöhnlich. Die Küchen sind für ernsthafte Arbeit ausgelegt, und die Unterbringung erfolgt auf Ronaldos Privatgrundstück.
Für den Fußballer kreiert Rastas Gerichte mit finnischer Sensibilität: klare Aromen, Einfachheit und Respekt vor den Zutaten.
Wenn finnische Produkte nicht verfügbar sind, greift er stattdessen auf Techniken zurück – Einlegen, Anbraten, Räuchern und Konservieren.
„Darin liegt die Essenz der finnischen Küche.“
Chefkoch Arto Rastas im Überblick

Laut Arto Rastas sind finnische Zutaten einzigartig.
- Geboren 1979 in Rovaniemi, Nordfinnland
- Lebt in Lempäälä
- Gründer des Veranstaltungsortes Periscope in Tampere
- Betreibt in Helsinki Restaurants wie Penélope, Bardot und Bistro Gina gemeinsam mit Chefkoch Hans Välimäki
- Gründer des Helsinki Culinary Institute
- Privatkoch von Cristiano Ronaldo
Was macht die moderne finnische Küche aus?
Für ein internationales Publikum wird finnisches Essen oft auf Lachs und Roggenbrot reduziert. Die Realität ist jedoch vielschichtiger:
Saisonalität
Die Vegetationsperiode ist kurz. Zutaten werden zum Zeitpunkt ihrer höchsten Reife verwendet oder für später konserviert.
Reiner Geschmack
Gerichte basieren auf nur wenigen Elementen.
Einfluss des Waldes
Wilde Kräuter, Pilze und Beeren werden häufig verwendet, während Zutaten wie Fichte und Wacholder in der modernen Restaurantküche häufiger zum Einsatz kommen.
Konservierungstechniken
Einlegen, Pökeln und Räuchern sind grundlegend.
Respekt vor den Rohstoffen
Die Zutat bestimmt den Teller – ein Ansatz, der in modernen Restaurantküchen gut funktioniert.
Text und Fotos von Emilia Kangasluoma, Juni 2026