Lux Helsinki bezwingt die winterliche Dunkelheit

Das jährlich stattfindende Lichtfest Lux Helsinki steckt voller illuminierender Überraschungen. Ab Januar verleiht es einem Teil der beliebtesten Gebäude und Straßen der Hauptstadt neue Fassaden. Man kann sich unsere Fotos in behaglicher Wärme anschauen, ohne der Kälte trotzen zu müssen.

Mit beruhigender jährlicher Regelmäßigkeit beleuchtet Lux Helsinki die finnische Hauptstadt in ihren dunkelsten Winterstunden. Künstler aus dem In- und Ausland schaffen dann eine strahlende urbane Farbgalerie, die in der Leere, die nach Weihnachten und Silvester entsteht, die Stadtseele erwärmt.

Das Festival ist kostenlos und offeriert sogar eine empfohlene Route, inklusive eines offiziellen Guides und einer Stadtkarte, die etablierte Werke und speziell in Auftrag gegebene Installationen umfasst. 2019 wurde das Lux um ein Randprogramm wie Helsinkis Altes Studentenhaus, sein Kulturzentrum „Kabelfabrik“ sowie das schwedisch-finnische Hanasaari-Kulturzentrum im benachbarten Espoo erweitert.

Auf der Route, die 12 Licht-Oeuvres abdeckt und an der Finlandia-Halle und dem Nationalmuseum vorbeiführt und sich dann durch den Stadtteil Töölö schlängelt, nimmt Helsinkis prächtige neue Zentralbibliothek Oodi (der Name bedeutet auf Finnisch „Ode“) den Ehrenplatz ein.

Die Themen variieren von schlicht und einfach visuellem Vergnügen bis zu anspruchsvollerem Gedankengut. In der Finlandia-Halle durchleuchtet die Installation „Trespassing“ von Immanuel Pax beispielsweise die unheimliche Allgegenwart von Sicherheitskameras. Außerhalb des Nationalmuseums befassten sich die „Shelter Seekers“ des Mexikaners Ghiju Diaz de Leon mit Fragen der Migration und des Klimawandels.

Die exakten Wetterbedingungen im frühen Januar sind schwer vorherzusagen, aber wahrscheinlich ist es kühl. Die Lux-Helsinki-Besucher haben im Verlauf der Jahre bereits allem getrotzt, ob graupeligen Schneestürmen oder eiskalten arktischen Winden.

Das Lichtstudio Ramboll verwandelt Helsinkis legendäre Finlandia-Halle in eine Installation, die die Kostbarkeit von sauberem Wasser versinnbildlicht. Foto: Tim Bird

Der „Lanternenpark“ rund um die Hakasalmi Villa ist ein alljährlicher Lux-Favorit, eine verzaubernde Show von pendelnden, traumhaften Lichtern, die von einheimischen Kindern, Studenten und Künstlern gemacht wurden. Foto: Tim Bird

Der britische Künstler Tim Etchells hat eine Installation in der neuen Helsinkier Hauptbibliothek Oodi entworfen. Der poetische Titel „Wir wollten der Himmel sein“ ist ein Zitat aus dem Cat Stevens-Song „Colors and Kids“. Etchells sagt: „Kunst ist immer wieder anders, wenn sie in einen Dialog mit einer anderen Umgebung tritt.“ Foto: Tim Bird

Nie zu kalt für Eiscreme: Ein bekannter finnischer Eishändler bietet Lux-Besuchern Proben seiner neuen Produkte an, während Projektionen von Ramboll die Finlandia-Halle im Hintergrund überziehen. Foto: Tim Bird

„Grid“ von den Lichtkünstlern Pekka Korpi und Otto Suojanen sowie dem Klangkünstler Antti Nykyri erweckt einen sechs Meter langen Holzrahmen mit geometrischen Formen zu neuem Leben. Foto: Tim Bird

Eine der faszinierendsten und spektakulärsten Installationen auf der Lux 2019 ist „Large Pendulum Wave“ vom Niederländer Ivo Schoofs, die im Stadtviertel Töölö zu finden ist. Foto: Tim Bird

„Large Pendulum Wave“ ist eine Lichtinstallation, die „die Poesie der Mathematik und die Schönheit der Physik“ darstellen soll. Foto: Tim Bird

Das Lux-Café bietet körperliche Wärme und ergänzt damit die durch die Lichtinstallationen flutende geistige Ernährung. Foto: Tim Bird

Mit „Moonlight“, ein digitaler Hinweis auf die Leuchtkraft der Natur, transformiert der italienische Künstler Marco Brianza die an der Fassade der Musikhalle Helsinki angebrachte, größte Außenwerbungsfläche der nordischen Region. Foto: Tim Bird

Die 40 Werke in der „Ultraviolet Gallery“ des Frauenkollektivs „Mimmit peinttaa“ (zu Deutsch „Mädels malen“) stellen Tiere, Portraits, historische Gebäude und Graffiti dar. Sie sind so angeordnet, dass sie eine Passage in der Aula der Finlandia-Halle bilden. Foto: Tim Bird

Im Hinterhof des Nationalmuseums befasst sich das Ouevre des mexikanischen Künstlers Ghiju Diaz de Leon, „Shelter Seekers“, mit Fragen der Migration und des Klimawandels. Foto: Tim Bird

„Das Ende des digitalen Zeitalters“ nennt sich Mikko Kunnaris faszinierendes, sich wandelndes Display über dem Eckeingang zum Sanoma-Gebäude, wo das Lux-Abenteuer startet. Foto: Tim Bird

Von Tim Bird, Januar 2019