Löwen, Wolfsrudel, Uhus und Raufußkäuze. Die Benennung von Sportmannschaften nach Tieren ist in Finnland eine langjährige Tradition, und zwar nicht nur bei lokalen Vereinen, sondern auch bei den Nationalmannschaften.
Diese Namen spiegeln den Geist des Sports wider: Kraft, Beweglichkeit, Teamwork und Klugheit. Darüber hinaus tragen sie dazu bei, eine starke Fankultur und ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen. Wer würde sich schließlich nicht gerne als Anhänger der Löwen bezeichnen?
Auch für die Spieler können diese Namen eine echte Bedeutung haben. Es hat etwas Bestärkendes, mit einem Raubtier in Verbindung gebracht zu werden. Stellen Sie sich vor, Sie wären einer der Luchse (ilves auf Finnisch – ein Eishockeyteam in der zentralwestlichen Stadt Tampere), der Bären (karhu – ein Basketballteam in der westlichen Stadt Kauhajoki) oder der Tiger (tiikeri – ein Volleyballteam in der Stadt Kokkola an der Westküste).
Werfen wir einen genaueren Blick auf einige der bekanntesten finnischen Nationalmannschaften mit Tiernamen.
Leijonat: Die Löwen (Herren-Eishockey)

Löwen-Kapitän Valtteri Filppula feiert, nachdem Finnland die Eishockey-Weltmeisterschaft 2022 gewonnen hat.
Foto: Jussi Nukari/Pressebild
In Finnland ist Eishockey eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Es ist daher keine Überraschung, dass die finnische Mannschaft bei Wettbewerben im Allgemeinen außergewöhnlich gut abschneidet.
Die Herren-Eishockeymannschaft hat ihren Namen aufgrund des Löwen erhalten, der im finnischen Staatswappen abgebildet ist. Sie trugen erstmals 1948 Trikots mit einem Löwenemblem.
Die Löwen haben viermal die Weltmeisterschaft gewonnen und standen mehrfach auf dem Podium. Ihre erste olympische Goldmedaille gewannen sie 2022.

Der finnische Eishockeyspieler Ville Väärälä (links) hat sich als Mitglied der „Pikkuleijonat“, der Junioren-Nationalmannschaft, einen Namen gemacht.
Foto: Antti Aimo-Koivisto/Pressebild
Mehrere andere nationale Eishockeymannschaften haben ihre eigenen Spitznamen, darunter Naarasleijonat (die Löwinnen – die Frauen-Nationalmannschaft) und Pikkuleijonat (die jungen Löwen – die Junioren-Nationalmannschaft)
Susijengi: Das Wolfsrudel (Herren-Basketball)

Miikka Muurinen (beim Dunk) ist eines der jungen Basketballtalente Finnlands.
Foto: Heikki Saukkomaa/Pressebild
Die finnische Herren-Basketballmannschaft, bekannt für ihre historische Leistung bei den Europameisterschaften 2025, trägt treffend den Namen Susijengi (das Wolfsrudel). Der vom finnischen Basketballverband geprägte Name symbolisiert die Stärke der Gemeinschaft: Wölfe sind schon einzeln schnell und wild, aber im Rudel sind sie unaufhaltsam.
Und ja, Fans und Spieler sind dafür bekannt, dass sie zur Feier des Tages heulen!
Huuhkajat: Die Uhus (Herrenfußball)

Stürmer Joel Pohjanpalo ist seit Jahren eine der tragenden Säulen der finnischen Fußballnationalmannschaft.
Foto: Markku Ulander/Pressebild
2007 wurde ein UEFA-Qualifikationsspiel zwischen Finnland und Belgien auf denkwürdige Weise von einem wilden Uhu unterbrochen, der später den Namen Bubi erhielt und mitten im Spiel über das Spielfeld flog und sich auf einem der Tore niederließ. Der Uhu stahl allen die Show und verhalf der Mannschaft zu ihrem Spitznamen, den „Uhus“.
Die U21-Herrenmannschaft folgte diesem Beispiel und wurde als „Pikkuhuuhkajat“ (die jungen Uhus) bekannt
Helmarit: Die Raufußkäuze (Frauenfußball)

Linda Sällström wurde vom finnischen Fußballverband bereits dreimal zur Fußballerin des Jahres gewählt.
Foto: Emmi Korhonen/Pressebild
Angesichts der Beliebtheit des Spitznamens „Uhus“ wurden die Zuschauer der finnischen Frühstückssendung dazu aufgerufen, einen Namen für die Frauenfußball-Nationalmannschaft vorzuschlagen. Die siegreiche Idee, „Helmarit“, ist die Kurzform von „helmipöllöt“ (Raufußkäuze), einer in Finnland heimischen Art, die für ihr scharfes Sehvermögen und ihre Entschlossenheit bekannt ist.
Finnlands Vorliebe für Tier-Spitznamen endet hier jedoch nicht.
Die Bandy-Nationalmannschaft (eine Eishockey-ähnliche Sportart, die auf einer Eisfläche von der Größe eines Fußballfeldes gespielt wird) trägt den Namen Jalopeurat (Edle Hirsche), und Skispringer werden oft als mäkikotkat (Adler der Hügel) bezeichnet.
Wenn die Löwen wieder ihre Schlittschuhe anziehen und auf das Eis gleiten, ist die Nation bereit, zu brüllen.
Von Emilia Kangasluoma, Mai 2026