Wie zum Teufel lernt man Finnisch? (Teil 2)

Hier ist Teil 2 unseres populären Artikels mit erprobten Tipps und Lehrbüchern zum Meistern der finnischen Sprache.

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Finnisch ist absolut erlernbar, wenn’s auch nicht so aussieht. Man muss nur mal die stetig zunehmende Menge von Nichtfinnen fragen, wie sie es geschafft haben, die Sprache zu beherrschen. Eine kontaktfreudige, positive Haltung ist hilfreich, aber auch ein gutes Lehrbuch.

Im Teil 2 des enorm populären Artikels (siehe Teil 1 ), haben wir uns mit weiteren Freunden und Kollegen unterhalten, um herauszufinden, welche Lehrbücher sie mögen und welche erprobte Tipps sie haben, um die finnische Sprache zu meistern.

Keine Angst vor Fehlern

Wenn man es darauf abgesehen hat, Finnisch zu sprechen, ist man hier am richtigen Ort.

Wenn man es darauf abgesehen hat, Finnisch zu sprechen, ist man hier am richtigen Ort.Foto: flickr/StillBurning, cc by nc 2.0

Marina aus Italien: „Suomen kielen alkeisoppikirja“

Ich mag auch den praxisorientierten Ansatz von „Finnish for Foreigners“mit seinen Dialogen und seinem Vokabularteil. Ich fand die Dialoge auf den CDs sehr nützlich.

„Kato hei – puhekielen alkeet“

Es lohnt sich auch zu lernen, wie man Finnisch korrekt schreibt. Als Hilfe kann das speziell für Nichtfinnen verfasste dünne Büchlein: „Tarkista tästä“ (Überprüf es hier) von Hannele Jönsson-Korhola und Leila White (Finn Lectura) dienen.

Marinas Tipps: Es ist zwar wichtig, finnische Grammatik zu lernen, aber man sollte sich nicht nur darauf konzentrieren. Man muss Finnisch lesen und sich Menschen, die Finnisch sprechen, anhören. Und wenn man nicht in Finnland lebt, sollte man CDs oder das Internet benutzen. Man darf keine Angst davor haben, beim Sprechen Fehler zu machen. Und wenn man in Finnland ist, sollte man so viel Finnisch sprechen wie möglich!

So viel sprechen wie möglich

“Kipinä” (Funken), eine Lehrbuchreihe für finnische Gymnasiasten, bietet Finnisch-Schülern die Chance, sich zu fordern und ihren Horizont zu erweitern.

“Kipinä” (Funken), eine Lehrbuchreihe für finnische Gymnasiasten, bietet Finnisch-Schülern die Chance, sich zu fordern und ihren Horizont zu erweitern.Foto: thisisFINLAND

Nicola aus Italien: „Hyvin menee“ (Alles in Ordnung) von Satu Heikkilä und Pirkka Majakangas (Otava) enthält die Grundlagen und beschreibt Situationen, mit denen man in Finnland etwas anfangen kann: Markt, Jahreszeiten oder Arztbesuch. Nach kurzen Dialogen oder Texten wird im Buch die Grammatik analysiert, und es werden Übungen angeboten. Da das Buch auf Finnisch ist, empfiehlt sich ein gleichzeitiger Finnisch-Kurs.

„Kipinä 1–2 – suomea lukioon“ (Funke 1–2: Finnisch für das Gymnasium) von Niina Eloranta und Heidi Lehtosaari (Otava) ist ein neues und sehr interessantes Buch, über das man sogar mit seinen Kollegen in der Mittagspause diskutieren kann. Die Grammatik wird anhand von aktuellen Themen präsentiert wie Immigration, Musik, Design, Sauna und vieles mehr.

Um das Beste aus diesem Buch für Fortgeschrittene zu machen (es ist eigentlich ein finnisches Lehrbuch für Finnisch sprechende Schüler der Gymnasialstufe), sollte man bereits die Grundregeln und Fälle sowie den Grundwortschatz kennen.

Nicolas Tipps: Nach meiner Erfahrung ist Finnisch-Lernen ein Prozess, der einige Jahre dauert, vielleicht auch nur ein paar, wenn man sehr motiviert ist. Wie kann dieser Prozess beschleunigt werden? Selbstverständlich muss man in der Anfangsphase erst einmal die Grundlagen lernen. Ansonsten muss man es halt sprechen und hören. Man muss versuchen, es so viel wie möglich zu sprechen. Filme und Nachrichten sind eine große Hilfe. Die Finnen schätzen es, wenn jemand ihre Sprache zu sprechen versucht, egal, wie viele Fehler man macht. Am Ende findet man heraus, dass es nicht nur ums Sprachenlernen geht, sondern um die Entdeckung einer Kultur und Denkart.

Wenn man’s intus hat, soll man es auch gebrauchen

Ein Löffelchen voll Zucker: Rot oder Blau? Blau und Weiss sind natürlich die Farben von Finnland.

Ein Löffelchen voll Zucker: Rot oder Blau? Blau und Weiss sind natürlich die Farben von Finnland.Foto: flickr/frech, cc by sa 2.0

Matthieu aus Frankreich: „Kieli käyttöön“

„A Grammar Book of Finnish“ (Ein Grammatikbuch der finnischen Sprache) von Leila White (Finn Lectura) bildet eine gute Ergänzung zur Verdeutlichung einzelner grammatikalischer Fragen.

Matthieus Tipps: Man sollte keine Angst davor haben, Finnisch zu sprechen, und sollte es selbst dann noch sprechen, wenn die Leute Englisch zu reden beginnen, um das Gespräch zu erleichtern. Da finnische Wörter sich sehr von anderen Sprachen unterscheiden, sollte man sie pauken und sich gut einprägen und immer wieder wiederholen.

So einfach wie 1, 2, 3

“Start to Finnish” enthält hilfreiche Dialoge und einige nützliche umgangssprachliche Wörter.

“Start to Finnish” enthält hilfreiche Dialoge und einige nützliche umgangssprachliche Wörter.Foto: thisisFINLAND

Anke aus Deutschland: I Ich habe mit dem Buch „Yksi, kaksi, kolme: Finnisch für Deutschsprachige„

Später habe ich „From Start to Finnish“ (Vom Start bis zum Finnisch) von Leila White (Finn Lectura) benutzt. Ich habe es sehr gemocht. Die Dialoge im Buch helfen bei den ersten Gesprächen im neuen Land. Es enthält auch einige umgangssprachliche Wörter, die praktisch sind.

Ankes Tipps: Ich finde es schwierig, Finnisch zu lernen, aber nicht nur wegen all der Doppelbuchstaben in der Schriftsprache. Es hat mehr mit der Anwendung zu tun. Wenn man mit Finnen Finnisch zu sprechen beginnt, merken sie natürlich sofort, dass man kein Finne bzw. keine Finnin ist, und da sie freundliche Menschen sind, wechseln sie zum Englischen über. Aber dann sollte man dennoch sein Finnisch benutzen und sich nicht entmutigen lassen!

 

Zusammengestellt von Peter Marten, Sabrina Salzano und Sara Vihavainen, Juli 2014

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