Diese Namen sollte man sich merken

ThisisFINLAND Magazine 2016

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Drei Namen sind in der finnischen Modeindustrie heute in aller Munde: Sasu Kauppi, R/H und die freiberufliche Designerin und Mitbegründerin von Pre Helsinki Satu Maaranen.

„Wir gründeten Pre Helsinki, da wir den Eindruck hatten, dass wir durch diese Veranstaltung die finnische Modebranche unterstützen und aufstrebenden Designern helfen können, die richtigen internationalen Kontakte zu knüpfen“, verdeutlicht Satu Maaranen, die auch für die gestalterische Leitung des Events verantwortlich ist. Foto: Satu Maaranen

Satu_Maaranen_Photo Filep MotwaryDie in Helsinki lebende Designerin Satu Maaranen, die 2012 an der Fachrichtung für Kunst, Design und Architektur der Aalto-Universität graduierte, gewann mit ihrer Abschlusskollektion im Folgejahr den ersten Preis beim renommierten Modefestival in Hyères.

Vor vier Jahren gründete Maraanen mit anderen Designern Pre Helsinki – eine Plattform für eine alljährlich im Frühjahr in Helsinki stattfindende fünftägige internationale Veranstaltung, bei der die verheißungsvollsten Nachwuchstalente der finnischen Modewelt vorgestellt und gefördert werden. Die hochrangige Veranstaltung gehört ferner zu den bedeutendsten Modewochen der Welt.

„Wir gründeten Pre Helsinki, da wir den Eindruck hatten, dass wir durch diese Veranstaltung die finnische Modebranche unterstützen und aufstrebenden Designern helfen können, die richtigen internationalen Kontakte zu knüpfen“, verdeutlicht Maaranen, die auch für die gestalterische Leitung des Events verantwortlich ist.

Als preisgekrönte, freiberufliche Designerin ist Maaranen für ihre eleganten, beinahe futuristischen Kreationen aus farbenfrohen, handbemalten und plastisch geformten Seiden-, Baumwoll- und Viskosestoffen bekannt. Sie arbeitet nicht nur mit Design-Ikonen wie Marimekko und Petit Bateau, sondern auch mit einem italienischen Textilhaus zusammen, das Designstoffe für Kunden wie Prada, Max Mara und Dolce & Gabbana entwirft.

„Das Aalto-Programm zeichnet sich dadurch aus, dass dort traditionelle Handwerkskunst gelehrt wird“, unterstreicht Maaranen. „Das ist nur in wenigen Institutionen der Fall. Ich kenne Studenten von den besten Designhochschulen wie Central Saint Martins und Parsons, die Stoffe in ihren eigenen Badewannen einfärben müssen, weil es in ihren Fachbereichen dafür einfach keine zugehörigen Einrichtungen gibt.“

Das Geheimnis des Erfolges besteht laut Maaranen darin, sich von der Masse abzuheben und seiner eigenen Vision treu zu bleiben

www.satumaaranen.com

„Wir lassen uns von unseren Müttern, Großmüttern, Schwestern, Freunden und vom Finnentum inspirieren – ob es um die von uns verwendeten Materialien wie Rentierleder oder um unseren Ansatz geht“, berichtet Emilia Hernesniemi.Foto: R/H

 

RH_Hanna_ja_EmmuDie R/H-Designerinnen Hanna Riiheläinen und Emilia Hernesniemi lernten sich bei ihrem Studium an der Aalto-Universität kennen. Nach ihrem Hochschulabschluss arbeitete Riiheläinen für Zac Posen in New York, und Hernesniemi war für die Berliner Agency V tätig, bevor die beiden 2010 R/H gründeten.

Ihre Damenkollektionen repräsentieren eine wunderbar skurrile Welt handgefertigter Drucke, die Kleider, Röcke, Oberteile, Hosen und Accessoires zieren.

„Wir lassen uns von unseren Müttern, Großmüttern, Schwestern, Freunden und vom Finnentum inspirieren – ob es um die von uns verwendeten Materialien wie Rentierleder oder um unseren Ansatz geht“, berichtet Hernesniemi. „Wir möchten funktionelle Frauenbekleidung kreieren. Finnische Frauen wollen zweckmäßige Kleidung, die mit dem Klima und ihrem aktiven Lebensstil mithält“, hebt sie hervor.

Und was verstehen die beiden unter Finnentum? „Wir sind ein wenig anders. Wir müssen der Welt nicht gefallen und sind nicht auf Popularität aus – wir sind damit zufrieden, eine Art einsamer Wolf zu sein“, entgegnet Hernesniemi.

Die R/H-Markenästhetik ist in Japan besonders beliebt. Die Marke wird auch in Hongkong, den USA, Island und in Finnland vertrieben. Die Flagship-Boutique der Designer befindet sich im Helsinkier Stadtzentrum.

  www.rh-studio.fi

„Ich möchte Produkte kreieren, die begehrenswert genug sind, dass sie aufgetragen werden und nicht nach einer kurzlebigen Saison in Vergessenheit geraten“, sagt Sasu Kauppi.Foto: Sasu Kauppi

 

Sasu-SELFRGB (1 of 1)Sasu Kauppi ist im Ausland womöglich bekannter als in seiner Heimat. Seine farbenfrohe Urban Street Ware wird weltweit verkauft – von Hongkong über die USA bis nach Großbritannien.

Nach seinem Master of Arts-Abschluss an der Londoner Hochschule Central Saint Matins 2011 lehrte Kauppi auch an der Aalto-Universität, wo er seinen BA in Modedesign erhielt. Sein ausgeprägtes Stilgefühl fiel dem US-amerikanischen Rapper und Designer Kanye West ins Auge, der Ende 2014 nach Helsinki flog, um sich mit Kauppi zu treffen. Berichten zufolge arbeiten die beiden zusammen, obwohl Kauppi, der gegenwärtig in Los Angeles lebt und als leitender Designer bei einer lokalen Modemarke arbeitet, sich dazu nicht äußern möchte.

Kauppi verrät uns jedoch, dass sich sein Schwerpunkt zwischenzeitlich verlagert habe. „Ich versuche, mein Hauptaugenmerk auf gutes Produktdesign zu legen, statt mich auf Ensembles zu konzentrieren. Ich lerne Detailgenauigkeit stärker zu schätzen, obwohl sie mir schon immer wichtig war. Ich möchte, dass meine Liebe zum Design deutlich wird.“

„Ich möchte Produkte kreieren, die begehrenswert genug sind, dass sie aufgetragen werden und nicht nach einer kurzlebigen Saison in Vergessenheit geraten“, sagt er.

www.sasukauppi.com

Von Katja Pantzar, April 2016

 

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