Minjee Hwang Kim (geb. 1991) zeichnet sich selbst nicht um gesehen, sondern um verstanden zu werden. Die in Helsinki lebende, in Korea geborene Künstlerin schafft mit Buntstiften Selbstporträts, die sowohl zutiefst persönlich als auch von universeller Bedeutung sind. Kims Kunst lädt den Betrachter in einen Raum ein, in dem sich kulturelles Erbe und emotionale Nuancen miteinander verbinden.
„Ich habe Minjee mit einer Prise Gewalt gewürzt und alle positiven oder bestätigenden Erfahrungen, die mit meiner ethnischen Identität einhergehen könnten, weggelassen“ schreibt sie.“
Elina Brotherus

Elina Brotherus: Piscine (Transat), 2018
Elina Brotherus (geb. 1972) ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Künstlerinnen Finnlands. Ihre ehrlichen, bescheidenen Fotografien setzen sich mit der Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umgebung auseinander. Die Geschichte und Praxis der Kunst spielen in ihren Werken oft eine Rolle, wie zum Beispiel in der Serie Artists at Work, in der sie fotografiert wird, während sie von anderen Künstlern gemalt wird.
„Piscine (Transat) wurde außerhalb von Paris in einem von Alvar Aalto entworfenen Haus aufgenommen, dem Maison Louis Carré, das meiner Meinung nach eines von Aaltos besten Werken ist.“
Helene Schjerfbeck

Helene Schjerfbeck: Selbstporträt, en face I, 1945
„Ich habe Menschen gesehen, die ihre Ausstellung in völliger Stille, ja sogar unter Tränen verlassen haben“, erzählt Anna-Maria von Bonsdorff, Direktorin des Ateneum Art Museum in Helsinki.
Schjerfbeck (1862–1946), eine gefeierte Malerin der Moderne, ist die erste finnische Künstlerin, der eine Einzelausstellung im New Yorker Metropolitan Museum of Art gewidmet wurde (Seeing Silence: The Paintings of Helene Schjerfbeck, 5. Dezember 2025 bis 4. April 2026).
Einer der Hauptanziehungspunkte sind die eindringlichen Selbstporträts der Künstlerin, die ihren Werdegang von der jungen, aufstrebenden Malerin bis zur alten Frau, die sich mit dem Tod abfindet, umspannt.
Schjerfbecks Selbstporträts sind eine Art Anti-Selfies, sagt von Bonsdorff. In der ständigen Flut von Selfies in den sozialen Medien fordern uns die Selbstporträts der Künstlerin dazu auf, innezuhalten und wirklich hinzuschauen.
„Wir sind von Selbstporträts fasziniert, weil sie stärker mit Bedeutung aufgeladen sind als beispielsweise Landschaften“, sagt von Bonsdorff. „Sie ermutigen uns, darüber nachzudenken, was der Künstler bei der Erschaffung des Werks gedacht hat.“
Text: Ninni Lehtniemi, ThisisFINLAND Magazine