Finnlands Natur- und Kulturerbe in Hülle und Fülle

Ob in der Stadt oder auf dem Land, die Finnen leben in der Nähe der Natur. Selbst in den größten Städte lassen sich Naturgebiete mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, die Natur ist nie weit entfernt. Es gibt zahlreiche Nationalparks und Weltkulturerbestätten.

Eine Inspirierende Landschaft

Die Sonne geht hinter einem mit Inseln übersäten See unter, gesehen von einem Bergrücken mit Blick auf den See und einen Wald.

Koli-Nationalpark
Foto: Marko Haapalehto

Der Koli-Nationalpark in Nordkarelien ist eine der eindrucksvollsten Landschaften Finnlands. Er inspirierte den Komponisten Jean Sibelius und viele andere Künstler. Die Landschaft ist abwechslungsreich und die Flora und Fauna sehr vielfältig. Die Felsen sind zerklüftet, und der berühmteste Aussichtspunkt, Ukko-Koli, bietet einen herrlichen Blick nach Osten zum Pielinen-See. Camping ist in gekennzeichneten Bereichen erlaubt, und es gibt verschiedene weitere Übernachtungsmöglichkeiten in der Gegend.

Das ganze Jahr über für alle Altersgruppen geeignet. Einige Teile sind für Menschen mit Behinderungen zugänglich.

Naturwunder Nahe der Stadt

Ein Kleinkind sitzt in einem Tragerucksack, den ein Erwachsener trägt, der mit einem Hund auf einem Steg an einem See steht, umgeben von Herbstlaub.

Nuuksio-Nationalpark
Foto: Katri Lehtola / Metsähallitus

Es ist selten in Europa, dass ein Nationalpark so nah an einer Hauptstadt liegt. Das Gebiet ist unbewohnt geblieben, weil seine unwegsamen Sümpfe und Felsen für die Landwirtschaft ungeeignet sind. Die Seen, Wälder, Täler, Sümpfe und Felsen von Nuuksio bieten die perfekte Umgebung zum Wandern. Besuchen Sie das Finnische Naturzentrum in Haltia, um alle natürlichen Lebensräume Finnlands an einem Ort zu entdecken.

Geeignet für alle Altersgruppen. Ein Teil des Gebiets ist für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Geniessen sie die  exotische Wildnis

Ein Fluss mit vielen Stromschnellen rauscht durch eine bewaldete Landschaft.

Oulanka-Nationalpark
Foto: Minna Koramo

Der Oulanka-Nationalpark grenzt im Osten an den russischen Paanajärvi-Nationalpark. Der nördliche Teil wird von Kiefernwäldern und Flusstälern mit sandigen Ufern dominiert. Man kann über Hängebrücken wandern und dem Rauschen der Stromschnellen lauschen. Die Wanderrouten variieren von kurzen Tageswanderungen bis hin zur 82 Kilometer langen Bärentour, einem der beliebtesten Wanderwege Finnlands. Außerdem kann man sich mit dem Kajak, Fahrrad, Ski oder Schneeschuhen auf den Weg machen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß oder mit dem Kanu in wenigen Kilometern zu erreichen. Eine der Routen ist barrierefrei.

Die Auswirkungen der Eiszeit entdecken

Eine Person fährt mit dem Kajak an einem bewaldeten Ufer entlang, das mit roten Holzbootshäusern übersät ist.

Der Kvarken-Archipel
Foto: Eva Ramstedt

Das Kvarken ist der schmale mittlere Abschnitt des Bottnischen Meerbusens. Sein finnischer Name, Merenkurkku, bedeutet „Meereshals“. Der Schärengarten ist ein Beispiel für das Phänomen der Landhebung seit der letzten Eiszeit. Heute hebt sich das Land jährlich um etwa acht Millimeter, wodurch sich die Fläche jedes Jahr um etwa 100 Hektar vergrößert.

Das Kvarken-Archipel ist Finnlands einzige Weltnaturerbestätte auf der UNESCO-Liste. Es bildet eine geologische Einheit mit Schwedens Welterbe Höga Kusten. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind mit dem Auto oder dem Boot zu erreichen. Bestimmte Routen sind für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Die Schönheit des Holzes

Ein kleines, verwittertes Holzgebäude mit einem Turm.

Alte Kirche Petäjävesi
Foto: Ismo Pekkarinen / Lehtikuva

Die Alte Kirche von Petäjävesi in Mittelfinnland verkörpert die lange Tradition des Blockbaus und der lutherischen Kirchenarchitektur. Die Kirche wurde von 1763 bis 1765 erbaut, und sie wurde seitdem fast nicht verändert. Die alte Kirche wird im Sommer immer noch genutzt.

Industriegeschichte aus dem 19. Jahrhundert

Ein Fabrikgebäude aus rotem Backstein mit mehreren Flügeln steht neben einer grünen Wiese.

Holzverarbeitungs- und Kartonfabrik Verla
Foto: Pekka Sakki / Lehtikuva

Die Holzschliffmühle und Kartonfabrik von Verla ist ein einzigartiges Weltkulturerbe. Das Fabrikmilieu im Südosten Finnlands ist in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben, umgeben von einem Wohngebiet für Arbeiter. Ausstellungen, eine Eisenhütte, Dorfläden, ein Café und ein Weinladen vervollständigen die Atmosphäre. Gäste können in ehemaligen Häusern der Arbeiter im Stil des späten 19. Jahrhunderts, in einer traditionellen Holzfällerhütte oder in neueren Holzhäuschen übernachten. Am Fluss finden sich auch prähistorische Felsmalereien.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität können an einem Teil der Standardtour teilnehmen.

Der beliebteste Nationalpark Finnlands

Zwei Hunde und eine Person auf Skiern ziehen einen Schlitten durch eine verschneite Waldlandschaft.

Pallas-Yllästunturi-Nationalpark
Foto: Otto Ponto / Lehtikuva

Der nördlichste Teil dieses Nationalparks liegt in der weit nördlich gelegenen Gemeinde Enontekiö, einem Teil der Heimat des indigenen Volkes der Samen. Die Landschaft von Pallas-Yllästunturi wird von einer etwa hundert Kilometer langen Fjällkette dominiert. Im Park und in der Nähe befinden sich 25 öffentliche Wildnishütten.

Im Winter eignet sich das Hochland des Nationalparks perfekt zum Langlaufen auf Loipen mit einer Gesamtlänge von 500 Kilometern. Der legendäre 55 Kilometer lange Hetta-Pallas-Wanderweg verläuft durch den Nationalpark und ist der älteste markierte Wanderweg Finnlands. Es gibt auch eine Reihe von markierten Mountainbike-Routen in der Gegend.

Inselhüpfen

Zwei Personen in sportlicher Kleidung fahren im Sommer mit dem Fahrrad auf einem Küstenweg.

Der Archipelago Trail
Foto: Juho Kuva

Der Archipelago Trail ist ein beliebter Weg, um die Schären im Südwesten Finnlands mit dem Auto oder Fahrrad zu erkunden. Das Inselhüpfen gehört zu den Besonderheiten dieser Route. Es gibt neun Fähren und viele Brücken. Nur eine der Fähren ist kostenpflichtig, alle anderen sind kostenlos. Unterwegs erleben Sie die atemberaubende Schärenlandschaft, Restaurants sowie Hofläden und genießen die Meeresbrise. Die Länge der Reise beträgt 250 Kilometer.

Alltag in einem Weltkulturerbe

In einer Luftaufnahme ist eine Insel mit burgartigen Mauern entlang ihrer Ufer zu sehen.

Festung Suomenlinna
Foto: iStock

Die Seefestung Suomenlinna liegt etwa einen Kilometer vor der Küste von Helsinki. Sie ist eines der beliebtesten Touristenziele Finnlands und zählte 2019 eine Million Besucher. Es gibt dort viele Cafés und Restaurants und das ganze Jahr über verschiedene kulturelle Veranstaltungen. Heute ist Suomenlinna ein Stadtteil von Helsinki, in dem etwa 800 Menschen leben. Einige Teile des Areals sind für Rollstühle zugänglich, aber das Terrain kann anspruchsvoll sein.

Frühgeschichte im Fels

Eine Person überquert einen breiten Fluss auf einer Hängebrücke zwischen zwei bewaldeten Ufern.

Hossa-Nationalpark
Foto: Ismo Pekkarinen / Lehtikuva

Der Hossa-Nationalpark befindet sich im nördlichen Teil der ostfinnischen Gemeinde Suomussalmi. Sein abwechslungsreiches Terrain birgt rund 130 Seen und Teiche, die durch mehrere Bergrücken getrennt sind. Hier kann man nicht nur die herrliche Wildnis genießen, sondern auch Jahrtausende alte Spuren menschlichen Lebens entdecken: Die Felsmalereien von Julma-Ölkky und Värikallio stellen Geschichten des Schamanismus dar.

Der Hossa-Nationalpark ist hervorragend für Familien mit Kindern geeignet. Er bietet zudem vielfältige Angebote für Menschen mit Behinderungen.

Von Päivi Leinonen, ThisisFINLAND Magazine