Regen, kein Problem!
Was? Kinderkleidung von Reima
Wie? Das 1944 gegründete Unternehmen Reima hat sich einen Namen mit Kleidung gemacht, die die Mobilität von Kindern und das Spielen im Freien unterstützt. Der Fokus auf Funktionalität bedeutet wasserdichte Stoffe, atmungsaktive Materialien und eine robuste Verarbeitung. Darin spiegelt sich ein weitverbreitetes nordisches Ethos wider: Kinder sollten bei jedem Wetter frei auf Entdeckungstour gehen können. In Finnland wird das alltägliche Wohlbefinden oft auf die Zeit zurückgeführt, die man im Freien verbringt, und zwar von frühester Kindheit an.
Wenn man an einem regnerischen Tag in Finnland an einem Kindergarten vorbeiläuft, wird man kleine Gestalten in wasserdichter Kleidung oder in Matschhosen sehen, die in Pfützen springen und im Schlamm spielen.
Hat jemand ein Lächeln bestellt?

Foto: Aivan
Was? Lieferroboter von Aivan
Wie? Die Lebensmittellieferroboter von Starship sind ein Paradebeispiel für Design, das Freude bringt. Sie rollen über die finnischen Bürgersteige und bringen Lebensmittel direkt vor die Haustür. Im Gegensatz zu anderen Robotern, die kalt oder einschüchternd wirken können, lösen sie Begeisterung aus: Als sie eingeführt wurden, schossen die Menschen Fotos von den freundlich aussehenden Maschinen. Auch heute noch halten Fußgänger an und helfen, wenn ein Roboter an einer belebten Kreuzung steckenbleibt oder zögert.
Laut der finnischen Designagentur Aivan war die soziale Akzeptanz ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung der Roboter. Sie wurden bewusst so gestaltet, dass sie nicht bedrohlich wirken. Ihre kompakte, runde Form und ihre subtile Mimik lassen sie eher als hilfreiche Begleiter denn als Maschinen erscheinen.
Kinderspiel

Fots: Wiitta
Was? Schlitten und Rutscher
Wie? Ein Schlitten(pulkka auf Finnisch) oder Schneerutscher(liukuri) ist mehr als nur ein Plastikspielzeug – beide sind eine Eintrittskarte zum Winterspaß. Diese einfachen Gegenstände, die in fast jedem finnischen Haushalt zu finden sind, verwandeln verschneite Tage in Gelegenheiten für Bewegung, Spiel und gemeinsame Freude und machen selbst den kleinsten Hügel zu einem Vergnügungspark. Und nicht nur das: An verschneiten Wintertagen ist der Schlitten das bevorzugte Transportmittel der Eltern in Finnland, um ihre Kinder in die Kita zu bringen.
Seit Generationen prägt der klassische pulkka, ein einfacher Plastikschlitten, das Spielen im finnischen Winter. Das Design ist unkompliziert, robust und erschwinglich, Eigenschaften, die die finnische Überzeugung widerspiegeln, dass gutes Design zugänglich sein und das tägliche Leben verbessern sollte.
Wahre Farben zeigen

Foto: Marimekko
Was? Lifestyle-Marke Marimekko
Wie? Seit 1951 ist die finnische Hochburg des Designs, Marimekko, bestrebt, mit kräftigen Drucken und leuchtenden Farben sowohl im Bereich Kleidung als auch Haushaltswaren Farbe und Fröhlichkeit in den Alltag zu bringen. Die Gründerin Armi Ratia hatte die Vision einer Marke, die Individualität, Optimismus und Freiheit zelebrieren sollte.
In einer Zeit, in der enge, figurbetonte Kleidung für Frauen die Norm war, führte Marimekko locker sitzende, auffällige Kleider ein, die Bewegungsfreiheit und Ausdrucksmöglichkeiten boten. Das war nicht nur eine Modeerscheinung. Es war ein Zeichen der Befreiung, insbesondere für Frauen, die eine neue Rolle in der Gesellschaft einnahmen. Heute werden die kräftigen Muster und Farben von Marimekko mit nordischem Minimalismus kombiniert, von Geschirr bis hin zu Textilien.
Freude auf Rädern

Foto: Helkama
Was? Das Jopo-Fahrrad
Wie? Das Jopo, kurz für jokaisen polkupyörä (Fahrrad für jedermann), wurde 1965 von der finnischen Firma Helkama als Antwort auf den wachsenden Bedarf an einem praktischen Alltagsfahrrad eingeführt. Es markierte eine radikale Abkehr vom traditionellen Fahrraddesign. Mit seinem verstellbaren Rahmen, seiner Einfachheit und seinen fröhlichen Farben sollte es von allen Altersgruppen geteilt, genutzt und gemocht werden.
Jopo-Fahrräder werden in Hanko hergestellt, der südlichsten Stadt Finnlands, die für ihren Sonnenschein bekannt ist. Im Laufe der Jahrzehnte ist Jopo zu einem Symbol für finnische Gleichberechtigung und urbane Fröhlichkeit geworden – eine wahre Ikone des Alltagsdesigns. Es ist nach wie vor ein absoluter Favorit bei Teenagern und Jugendlichen, und die bunten Fahrräder säumen Schulhöfe im ganzen Land.
Wie lässt sich Glück designen?

Foto: Piercarlo Quecchia.
Dieser Frage ging die Kuratorin Anniina Koivu in einer Ausstellung nach, die auf der Helsinki Design Week, dem größten Design- und Architekturfestival in den nordischen Ländern, Vernissage feierte.
„Glück ist schwer zu definieren. Es ist etwas zwischen zutiefst Persönlichem und Kollektivem“, erklärt Koivu.
Die Ausstellung untersucht, wie Design die Ausschüttung entscheidender Glückshormone auslösen kann, den sogenannten „Glückscocktail“ bestehend aus Dopamin, Serotonin, Oxytocin und Endorphinen.
Warum stehen die Finnen also Jahr für Jahr an der Spitze des World Happiness Report? Koivu, die in Finnland geboren wurde, in Deutschland aufgewachsen ist und jetzt in der Schweiz und in Italien lebt, hat einige Vermutungen:
„In Finnland herrscht eine gewisse Gelassenheit sowie eine Wertschätzung und Akzeptanz der Dinge, so wie sie sind, und nicht der ständige Drang, sie zu verändern.“
„Ich denke, dass es mit unserer Beziehung zur Natur zusammenhängt – dass wir sie nicht dominieren oder beherrschen müssen. Es geht darum, den eigenen Platz als Teil von etwas Größerem zu verstehen, ob das nun Gesellschaft, Natur oder Universum ist.“
Designing Happiness, Salone del Mobile, Mailand, Italien, April 2026.
Text: Taina Ahtela, ThisisFINLAND Magazine